Dr. Kribus & Partner

Filmkritik

Filmtipp „Man of steel“

Da fliegt er wieder. Superman.

Diesmal unter dem Titel „Mann aus Stahl“. Eigentlich ist der gute Mann schon lange im Rentenalter, wurde die Figur doch schon im Amerika der 1930er geboren. Damals als zweidimensionaler Comicheld im Kampf gegen Gauner und Gangster, stellt sich der neueste Bewegtbildableger in 3 D im indigoblauen, enganliegenden Noppendress seinem Erzfeind General Zod. Dieser ist ihm bis auf die Erde gefolgt, nachdem Supermans Heimatplanet, Krypton, in Flammen aufging. General Zod hat nur ein Ziel: Kal El, so der gebürtige Name von Superman, zu töten. Nebenbei will der General auch noch die Erde in ein zweites Krypton verwandeln, was den sicheren Tod der Menschheit bedeutet.

Natürlich ist der „Mann aus Stahl“ eine Materialschlacht erster Güte: Schnelle Bilder – großes Padabumm in Dolby surround ! Natürlich ist Superman ein amerikanisches Gesicht und gutaussehend. Waschbrettbauch inklusive. Trotzdem gelingen Regisseur Zack Snyder in den leisen, heíßt Dialogszenen auch Zwischentöne, die den Protagonisten charakterisieren wollen. Mit dem vormals nicht so bekannten Hauptdarsteller Henry Cavill findet er ein unverbrauchtes Gesicht, das relativ glaubwürdig nach Sinn und Identität auf der neuen Heimat, der Erde, sucht. Eine Romanze wie zu Zeiten Christopher Reeve (Gott hab ihn selig! ) mit Margot Kidder – minutenlang über dem Wolkenhimmel fliegend – gibts hier aber nicht zu sehen. Dafür ist Superman, Clark Kent, zu beschäftigt. Er muss die Welt, vor allem natürlich Amerika, retten. Flankierend dazu: die Filmmusik von Hans Zimmer vermittelt ausreichend Pathos.

Wir haben uns an computererzeugte, bildgewaltige Sequenzen gewöhnt. Ganze Güterzüge fliegen kilometerweit durch die Luft, wenn Superman sich mit Wiedersachern prügelt. Die Geräuschkulisse drückt das vorwiegend junge, männliche Publikum in die Kinositze. Und das ist auch in Ordnung so. Wer will nicht so sein wie Superman? Neues, Erhellendes gibt es vom Mann aus Stahl aber nicht, auch wenn der Regisseur mittels Rückblenden differenzierter erzählen möchte. Bei einer Laufzeit von zweieinhalb Stunden hat / hätte er ja alle Zeit dazu.

Seien wir ehrlich – vor allem mit Blick auf viele Kritiken, die Superman und den meisten Produktionen rudimentäre Handlung, fehlende Charakterzeichnung und Effekthascherei vorwerfen. Wer will Superman schon bei einem Glas Rotwein über die Welt philosophieren sehen?

Ereignisreiches Popcorn- und Chipskino.

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